1985 2002 =

...1. Vorsitzender der Tischtennisfreunde Oranien Frohnhausen eV
Bleiben wir bei Jahreszahlen: Einerseits zeigen sie zwar, wie alt man geworden ist, andererseits werden Erinnerungen lebendig und zudem in der richtigen Reihenfolge.
1974 sah ich meine TT-Karriere eigentlich als beendet an.
Verheiratet und Familienvater im Lehrerberuf, da blieb höchstens Zeit für eine gelegentliche TT-Aktivität. So geschehen in
1976 anlässlich der 1. Dorfmeisterschaften, wo ich in der Lehrermannschaft der Goldbachschule mitspielte. Da diese Lehrermannschaft Sieger wurde, ich ungeschlagen blieb, ließen mir die aktiven TT-Spieler keine Ruhe mehr — bis ich den Schläger wieder vom Nagel holte. Ich wurde Mitglied des SSV Frohnhausen. Die Verselbständigung der TT-Abteilung erfolgte 1977. Die TT-Abteilung hatte allerdings bereits ihr eigenes Vorstandsgremium, so dass ich gleichlautend mit dem Beitritt zum Beisitzer gewählt wurde. Mir ist bekannt, dass gerade Lehrer gern zum Schriftführer in den Vorstand gewählt werden, aber da hatte ich Glück und somit hatten wir das Vergnügen an Peters Protokollstil.
Als Detlef Horn als 2. Vorsitzender ausgeschieden ist, wurde ich 1981 zu seinem Nachfolger gewählt. Nach 7 Jahren stellte sich Uli Theiß als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Wiederwahl.
1985 wählten mich die TTFIer zum 1. Vorsitzenden. In dieser Funktion leitete ich, in zwar wechselnden Personenbesetzungen im Vorstand, 17 Jahre die Geschicke des Vereins. Und an dieser Stelle soll es gesagt werden: Es hat mir immer Freude gemacht, mit den jeweiligen Vorstandsmitgliedern zu arbeiten, weil jeder und JEDE im Rahmen dieser ehrenamtlichen Tätigkeit stets großes Vereinsinteresse und Engagement gezeigt haben. Ich weiß nicht mehr, seit wann genau — aber unsere TT-Damen waren stets zur Arbeit im Vorstandsgremium bereit. Astrid Theiß hatte sogar die Funktion als 2. Vorsitzende.
Hier nachträglich Anerkennung und Dank an ALLE.
Aber drehen wir noch einmal am Rad der Zeit. Spielstärkemäßig ging es meist aufwärts —schon immer. Als ich damals als „Neuer" kam, trainierten alle Mannschaftsspieler eifrig, um auch mir zu beweisen, dass sie fit sind und in der kommenden Saison sollte auch der Aufstieg gelingen. Vorher galt es jedoch die zwischenmenschlich-sportliche Basis zu schaffen. Ich erinnere mich noch daran, dass der Mannschaftsführer der 1. Herrenmannschaft — es war Martin Gerhardt — zu mir kam und sagte, dass die Spieler nicht wissen, ob sie mich mit Du oder Sie anreden sollen. Noch schwerer hatte es Thiemo. Er war noch Schüler der Goldbachschule und sollte mit seinem Lehrer Doppel spielen: Meine Aufschläge passten ihm gar nicht und er sagte: „Herr Lindner, jetzt machen Sie doch einmal einen kurzen Aufschlag." Aber diese Berührungsängste waren bald geklärt. Gab es da schon eine Jever-Hilfestellung?
Ein bestimmtes Match in Cölbe werde ich nie vergessen. Einen rabenschwarzen Tag hat wohl mal jeder Spieler; so passierte es mir beim Verbandsspiel beim TV Cölbe. Peter war mein Doppelpartner und mir gelang einfach nichts. Als ich einen ganz sicheren Ball wieder verschlug, war Peter nicht mehr zu halten — er lief durch das Spielfeld, sprang über die 1. Spielumrandung, lief weiter, sprang über die 2. Umrandung, lief weiter .... und kam dann ganz langsam zurück. Ich frage mich heute noch, was wohl in ihm vorgegangen ist?
Fazit: Wir haben das Doppel klar verloren.
Fazit 2: Es war eine tolle Zeit. Es hat mir großen Spaß gemacht in einer Mannschaft zu spielen; es war meist lustig, erlebnisreich und sehr kameradschaftlich.
Nun mache ich wieder einen kleinen Sprung. Zum Erbgut von Uli Theiß gehörten auch die Vereinsfahrten. Aus den damals „verlängerten Wochenendfahrten" wurde bald die
"TTF-Herbstferienwoche". Erinnert Ihr Euch noch an ..........?

1986 Berlin, Hotel Novotel. Dieser Besuch galt eigentlich Martin, dem damaligen"Berliner" und jetzigem 1. Vorsitzenden. Er organisierte seinerzeit das Programm mit seinem dortigen Verein, dem TTC Mariendorf.

1988 Berchtesgaden, Schloss Fürstenstein. Alle waren vom Berchtesgadener Land so begeistert, dass bei der darauf folgenden Jahreshauptversammlung alle wieder dorthinfahren wollten. Die Alternative war Ungarn. Meine heutige Beichte: Damals habe ich absichtlich falsch ausgezählt, damit wir

1990 Plattensee — Budapest als Ziel ansteuern konnten. Viele sagen noch heute, dass dieUngarn-Fahrt den schönsten TTF-Zielen zuzuordnen sei. Unvergesslich bleiben da dieTraubenlese am Balaton, die Weiten und Pferde der Puszta und natürlich die wunderschöne Doppelstadt Buda und Pest. ... und einen Krimi erlebte oder man muss sagen verschlief im 2. Stock des Hotels ein Ehepaar , dem die Geldbörse vorn Nachttisch gestohlen wurde.
Die dafür benötigte Leiter fand man am nächsten Morgen; die Geldbörse leider nicht.Aber auch da waren wieder die TTFler solidarisch und starteten eine Sammelaktion.

1992 City Inter Hotel, Hamburg = eine volle Woche volles Programm — mitgestaltet und mitgefeiert bei unserem Freundschaftsverein SV Lurup — sehr sympathische Leute!
Die Verbindungen stammten noch von Uli Theiß als er „Hamburger" war.

1994 Vals in Südtirol, Flöte Falkensteiner Hof. Grandiose Landschaften, hervorragendes Essen und Trinken, Bombenstimmung ... das hat sogar der alte Schäferhund Bruno unter Beweis gestellt: Er hat den Rückweg vom Grillplatz nicht mehr auf seinen 4 Pfoten geschafft;Klaus musste das schwere (betrunkene?) Tier die ca. 2 km bis zum Hotel tragen!
Schlimmer noch traf es Ralf. Erst riskiert er alles und fällt rücklings von der Leiter beim
„Fensterin" und bleibt unverletzt! ... aber dann bei der Abschiedspolonäse tritt er daneben ...

1996 Prag, Hotel Lysiny.— also Großstädte haben schon was für sich: z.B. hat Waldo, unser Busfahrer, uns in dieser Stadt nicht gefunden und alle mussten mit Taxis zurück ins Hotel. Dafür hatte Wilhelm im U Fleku seinen großen Auftritt als Zauberkünstler.
Insgesamt waren wir von der tschechischen Hauptstadt, Land und Leuten begeistert, zumal der Landsmann Milan Szczurek damals unserer 1. Henenmannschaft angehörte und uns seine Heimat zusätzlich mit persönlichem Einsatz offerierte.

1998 Bled in Slowenien, Hotel Kompas. Ein relativ kleines Land, aber umso mehr Sehenswürdigkeiten: der Fischerort Piran zählt zum Weltkulturerbe, Europas größte Tropfsteinhöhle Postojna, mit der Pletna zur Insel Otok, Casino und Schlucht in Bled,Hauptstadt Ljubljana — alles bleibt in wunderbarer Erinnerung;nicht zuletzt durch deneinmaligen Fremdenführer, den pensionierten Professor. Oder war der unfreiwilligeSpaziergang in den Julischen Alpen talwärts zur Weinprobe, weil nämlich dem Waidoam Pass der Sack platzte, doch der Höhepunkt dieser Reise?

1999 TTF-Sonderflug vom 10. — 26. Juli nach Sri Lanka, Urlaubsort: Marawila.
Von wegen Urlaub — da waren: TT-Vergleichskämpfe bei 40° ohne Klimaanlage, Empfänge in Ministerien der Hauptstadt Colombo sowie in verschiedenen Schulen, viel Kultur, viel Natur — mit Ritt auf Elefanten; eben viele unvergessliche Erlebnisse — ja, das war so
für 20 TTFler mit dem Asian German Sports Exchange Programme.
Die Dill-Post titelte am 11.08.99: „Wie die Tischtennisfreunde aus Frohnhausen ihr bislang weitestes Auswärtsspiel absolvierten / Die Bilanz einer Reise als 'deutsche Botschafter' .nach Sri Lanka: Ein Sieg, eine Niederlage und zahlreiche unvergessliche Eindrücke".
Wie diese Exkursion zustande kam? Ein unscheinbares Prospekt über Sportleraustauschin Sri Lanka, vorgestellt in einer Vorstandssitzung, wurde sofort begeistert aufgenommen.

2000 Dresden, KIM-Hotel im Park. Es war ein schöner großer Park und ein großes Programm: Stadtrundfahrt mit allen wertvollen Sehenswürdigkeiten, professionell geführt von Herrn Jahn; abends ging es in den Silberstollen zum Trichtertrinken, ein Besuch derSemperoper gehörte genauso dazu wie ein Exkurs ins Spielzeugdorf Seiffen sowie die Fahrt in die oft gemalte und von uns bewunderte Sächsische Schweiz. Das Blaue Wunder auf der Elbe haben wir an Bord der ältesten Raddampferflotte der Welt erlebt — mit Musik, Tanz und Buffet. Das Wetter war die ganze Woche über spitzenmäßig!

2002 Piestany in der Slowakei, Hotel Satelit. Das aufregendste Erlebnis hatte Emil:Anschlag von vier dicken Roma-Frauen. Sie wollten nicht Liebe, sondern sein Geld.Aber da hättet ihr mal Christel erleben können >>> Klassefrau! Eine Klasse für sich war auch „unsere Kveta", die nichts ausgelassen hat, um uns ihr Land in Kultur (Nachtführung Schloss Bojnice), Natur (Hohe Tatra — bei schönstem Wetter!) und Tradition (Hochzeit mit Feier) ganz nahe zu bringen.

2003 TTF-Sonderflug 25.07. — 10.08. nach Thailand; in Bangkok waren wir im Hotel „The Ambassador" und in Pattaya im „Jomptien Beach Hotel".
Wiederholt konnten wir beweisen, dass wir auch bei tropischen Temperaturen TT spielen können. Dadurch hatten wir viele Kontakte mit sportlichen und netten Einheimischen.Der Thailand-Trip war spektakulär: Bangkok — mit keiner Stadt vergleichbar — dazu der Sunday Market, The Royal Grand Palace, Floating Market, Nachtfahrt auf dem Chao-Phraya-Fluss mit Buffet und Party. Im Zubringer, einem vollklimatisierten Kleinbus im Chaos-Verkehr von Bangkok drückte einen unserer 17 Mitreisenden so sehr die Blase, Anhalten war umnöglich, also konnten ca. 10 Mio., Einwohner über die aus einem Busfenster tretende Wassermenge staunen.
In Pattaya kommt man am billigsten in open-air-Taxis an jedes Ziel; so auch wir zu unseren 2 TT-Freundschaftsspielen. Die Thais waren natürlich im Heimvorteil. Dafür konnten wir voll genießen: Elephant Trekking, Tropical Garden, Alcazar Show. und Abschiedsparty bei einheimischen Millionären-mit Seafood und Thai-Dance. Das Abschiedsgeschenk; einwertvolles, an Gewicht schweres Relief, sollte nachgeschickt werden. Wir warten noch heute darauf. Dafür zieht es seit damals manche von uns immer wieder in das frühere Siam.

2004 Baiersbronn im Schwarzwald, Hotel Krone
das war eine von unseren „grünen" Wochen. Familiär, kinderfreundlich, gemütlich war's: Schinkenräucherei, Vogtsbauernhöfe, Triberger Wasserfälle, größte Kuckucksuhr der Welt,Hexenlochmühle, Weinverkostung, zauberhaftes Städtchen Freiburg und am Abschiedsabend ein richtiger Zauberer. Für Klein und Groß war viel zu staunen. Der Schwarzwald ist schön!u Zauberer. Für Klein und Groß war viel zu staunen. Der SchWarzwald ist schön!
2005 Marina di Pietrasanta in der Toskana, Hotel Venezia — ein Spitzenhaus.
Auf der Hinfahrt mussten wir allerdings Hindernisse mit dem Bus in Kauf nehmen. Einweiteres Bus-„Erlebnis" hatten wir nach der wirklich wunderschönen Insel-Rundfahrt auf Elba. In rasendem Tempo ging es zur Fähre — zu spät! Wir hatten die Insel 2 Stunden länger -toll! Toll waren auch die Fahrten zu den Sehenswürdigkeiten der Toskana: Pisa, Siena, Luca,Florenz — hier hätte das Wetter besser sein können. Aber die Stimmung war bestens und hatte den Höhepunkt am letzten Abend erreicht als wir Ilschens 70sten Geburtstag mit Feuerwerk,Schmaus, Wein und Balsamico feierten. Klaus war der „Feuerwerker'' mit Mickymaus auf den Ohren. Die Begeisterung kannte keine Grenzen und weckte bei einigen TTFlern denWunsch, ihren „runden" Geburtstag ebenfalls in der Fattoria „Il Poggio" zu feiern. Nur zu!!!

2007 Insel Krk — gehört zu Kroatien — wir waren Gäste im Hotel Park Punat
In diesem Teil der Adria gibt es-an die 2.000 Inseln, davon 200 bewohnte. Aber Krk ist für uns die Schönste! Vielleicht dank der herausragenden Anita als Fremdenführerin und Krkin. Der Landausflug zu den Plitvieer Seen war leider völlig verregnet. Für viele von uns keinThema—die Fotos und Uwes Krk-CD beweisen es. Diese Nachlese ist sehenswert!!! Der Abschied war besonders schwer, weil die Panorama-Schifffahrt bei perfekter See und Bilderbuch-Wetter in der Kvarner Bucht große Gefühle weckte Und uns alle ins Schwärmenbrachte. Anmerkung: Die Frohnhäuser Landfrauen wollen es uns nachmachen.
Z
u jeder TTF-Herbstferienwoche hat jeder die ganz persönlichen Erlebnisse.
So soll es sein — so soll es fortgeführt werden.:

2009 staunen wir in der Schweiz über die höchsten Berge (nd Preise?) Europas.
Keine Sorge, wir werden die besten Angebote nützen.
In der nächsten TTF-Info geht es dann wie folgt weiter..................

Im Rückblick auf meine Person kann ich feststellen:
An der TT-Platte blieb ich irgendwie ebenfalls aktiv. Das heißt so viel, dass ich im Laufe der Jahre von der 1. über die 2., 3. und 4. Herrenmannschaft spielerische Erfahrungen sammeln konnte. Das waren gute Erfahrungen, denn sie führten u.a. zu der Erkenntnis, dass nicht nur das Reisen unsere Lust ist, sondern wir auch gern Gastgeber sind; ganz zuschweigen von der Primäraufgabe, die Mannschaften voranzubringen, neue Spieler undTalente auszuspähen, „Abtrünnige" wieder einzufangen, die Nachfolge im Vorstand zu sichern usw. usw. Meine Aktivität innerhalb des TTF wurden immer öfter und quasi automatisch in andere Bahnen gelenkt. Das tat ich alles gern. Schnitt!
Mit herzlichen Grüßen
an alle Aktiven und Nichtaktiven TTF-Mitglieder
sowie schöne Pfingstfeiertage
wünscht
Euer Ehrenvorsitzender

Herwig Lindner