Unser Verein als Abteilung des SSV Frohnhausen

1971 - 1977

, Die Tischtennis-Freunde machen Geschichte!"
schrieb Herwig Lindner ins Forum anlässlich des Aufstiegsfeuerwerks 2006/07 der TTF

"Welch eine Entwicklung"
dachte Wilhelm Kunz
... und reflektiert TTF-Geschichte

Dezember 1970: Die neue Turnhalle der Goldbachschule war soeben eingeweiht worden, als wir, d.h. Horst Müller, Walter Regnery und meine Wenigkeit, uns zufällig im Friseursalon des Erstgenannten trafen. Gesprächsweise befassten wir uns mit der Möglichkeit, nun auch in Frohnhausen einen Turnverein zu gründen. Unsere Einstellung war positiv und alle waren bereit, sich für ein gutes Gelingen einzusetzen, wobei mir die Gründung einer Tischtennis-Abteilung zugedacht wurde. Kurze Zeit später wurde ich jedoch von Udo Ströher, dem damals aktuellen Vorsitzenden des SSV ORANIEN, mit der Bitte angerufen, die Abteilung Tischtennis doch im SSV zu integrieren. Er hatte wohl durch seinen Prokuristen, Walter Regnery, von unseren Plänen erfahren.
Nach einigen Überlegungen stimmte ich zu; in der Hoffnung auf tatkräftige Unterstützung des SSV. Noch im Dezember bat ich durch einen Gemeindeaushang und in heimischer Presse alle Interessenten zu einem bestimmten Termin in die Turnhalle. Voller Erwartung dort angekommen, konnte ich außer unseren gerade trainierenden Fußballern zunächst niemanden entdecken. Als ich schon enttäuscht wieder gehen wollte, bemerkte ich doch noch eine, mir unbekannte Person. Ja, es war ein Interessent da und sein Name ist Detlev Hörn, der spätere Vize-Abteilungsleiter und Designer unseres heutigen TTF-Logos. Beide waren wir der Meinung, dass der anberaumte Termin in der Vorweihnachtszeit nicht der glücklichste war. Ein zweiter, für Januar 1971 terminierter Anlauf, war dann auch wesentlich erfolgreicher, sodass wir nun mit unseren sportlichen TT-Aktivitäten beginnen konnten.
Leider war die Halle überbelegt, da auch Vereine aus Manderbach und Wissenbach Hallennutzungsrechte hatten. Uns blieb nur die Bühne, auf der wir gerade einmal zwei Platten stellen konnten. Als sich bei einem Sturz von der Bühne ein Gastspieler den Arm brach, war das „Bühnenspiel" nicht mehr zu verantworten. Nach langem Kampf wurden uns dann kleine, bescheidene Termine eingeräumt, darunter sogar die Wochenendtage, Samstag und Sonntag. Das Training, das nun beginnen konnte, wurde unterstützt von den Sportkameraden Erhard Schal und Robert Stolz aus Dillenburg. Auch der, mit mir befreundete Kreis-TT-Sportwart, Hans Dieter Seibach, war uns sehr zugetan und unterstütze uns in jeder Weise. Besonders kam das zum Ausdruck als er ein Spiel des damaligen Bundesligisten Herbornseelbach gegen eine Kreisauswahl (in der auch unser Herwig mitwirkte) organisierte. Viele Zuschauer konnten wir begrüßen.
Abgesehen von einigen Schwierigkeiten, die es mit den TT-Assen gab; unsere neue Neckermann-Platte (DM 123,00) und Bälle (1 Stern) wurden abgelehnt, obwohl ich alles neu gekauft hatte. Trotzdem war es eine schöne Werbeveranstaltung für den Frohnhäuser TT-Sport.
Als im Spätsommer die Rundenspiele begannen, waren wir so mutig, zwei Senioren-, Jugend- und Schüler/innen-Mannschaften zu melden. Mit Ausnahme der Schülerinnen, erzielten die Mannschaften keine Erfolge, was in der Kürze der Vorbereitungen auch verständlich war. Wenn ich am Montag Morgen in die Cafeteria des Krankenhauses kam, wurde oft gelästert: Hier kommt der Abteilungsleiter von ,, Frohnhausen 07." Alle unsere Vierer-Seniorenmannschaften verloren im 1. Jahr durchweg mit 0 : 7.

Während dessen wurde unsere Schülerinnen-Mannschaft zum Glanzstück und machte
uns durch die Erfolge auch überkreislich bekannt. Im Dillkreis ohne Konkurrenz, mussten
sie gleich auf Bezirksebene ran und das mit großem Erfolg.
Antje Brössei, Petra Hain, Bettina Hermann, Cornelia Kunz, Gitta Schröder
wurden Hess. Pokalsieger und Zweite im Südwesten.

Durch die erfolgreichen Mädels kam der freundschaftliche Kontakt zu dem damaligen TT-Bezirks-Jugendwart, Ernst Karl, aus Frankfurt zustande. Dieser war uns unter anderem auch in finanzieller Hinsicht eine große Stütze, indem er uns mit der Durchführung vieler Meisterschaften und Turniere auf Bezirks- und Landesebene beauftragte. Zusammen mit den Veranstaltungen auf Kreisebene, brachte uns der Erlös aus Startgeldern, Getränkeverkauf etc. in die Lage, unser Material;, wie Tische, Umrandungen usw. ständig zu verbessern. Seit 1976 bis heute wurden die alljährlichen TT-Dorfmeisterschaften für Nichtaktive zu einer festen Einrichtung. Erster Dorfmeister 1976 wurde die Lehrermannschaft der Goldbachschule mit Herwig Lindner, Udo Schwehn und Ekkehard Klier.

Damals fielen wir dem SSV finanziell nicht zur Last. Im Gegenteil - dieser hatte durch die
Beiträge unserer Mitglieder nur Vorteile.
Eigentlich waren wir ein sich selbst tragender Verein im Verein,
mit Vorstand und allem, was dazu gehört.

Sportlich ging es ständig bergauf und wir erreichten bald ein beachtliches Niveau.
Im SSV-Vorstand fand dies jedoch kaum Beachtung; es waren halt ausschließlich Fußballer.
Als Mitglied dieses Gremiums wurde mir mit jeder Sitzung immer mehr bewusst, dass sich
für unsere Abteilung kaum Interesse regte. Wohl auch Grund meiner Frage anlässlich der
letzten TT-Vorstandssitzung im Sommer 1978 nach Verselbständigung.
Das wurde einstimmig beschlossen!

Es ist mir eine Freude und Genugtuung zu sehen, was meine Nachfolger, Uli Theiß und besonders Herwig Lindner, aus unserem Verein gemacht haben und auch derzeit ist bei Martin Gerhardt und seinen treuen Helfern alles in guten Händen. WEITER SO!!!

Bei Allen, die mich damals so sehr unterstützt haben, möchte ich mich hier nochmals herzlich bedanken. Stellvertretend für .viele, möchte ich doch drei Namen nennen: Erhard Becker, Siegfried (Starke) Greeb, und Günther Brössel.

Euer Wilhelm

Frohnhausen, 1.Mai 2007